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"Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Wir segnen euch, die ihr vom Hause des
Herrn seid!
... denn Du... bist mir zur
Rettung geworden"
Psalm 118:26

Jakob und Esau einmal anders

 

Es gibt ein jüdisches Sprichwort: "Geben wir's nicht dem Jakob, so geben wir's dem Esau". Es beschreibt sehr gut die heutige Situation in Deutschland, insbesondere in der so genannten "christlichen Welt".

 

Aus dem Schuldgefühl für die deutsche Vergangenheit heraus umschmeicheln deutsche christliche Organisationen und Politiker die Vertreter des modernen Judaismus. Jüdische religiöse Gemeinschaften werden von städtischen und staatlichen Stellen unterstützt, die Polizei gewährt ihnen unentgeltlichen Schutz, was wir Juden auch dankbar schätzen.

 

Daneben sind verschiedene Organisationen entstanden, die sehr viel zur Integration von Immigranten beitragen. Auch leisten sie umfangreiche finanzielle und humanitäre Hilfe für jüdische religiöse Gemeinden. Das alles ist gut und lobenswert. Ich freue mich natürlich darüber, wenn meinem Volk Gutes getan wird.

 

Aber neben diesen lobenswerten Aktivitäten erleben wir als messianische Juden solche Organisationen manchmal auch etwas anders. Man vermittelt uns immer wieder, wir würden die friedliche Koexistenz zwischen Christen und Juden stören. Diese unterschiedliche Einstellung zur jüdischen Frage erinnert daran, wie Isaak seine zwei Söhne sah. Er sah ihr Äußeres und liebte deswegen mehr den Jäger Esau (1.Mose 25,27-28), ohne die innere Einstellung von Jakob zu sehen. Der Herr aber sah diese geistliche Prägung als das Bessere an.

 

Für viele Christen ist heute ein Jude jemand, der aufgrund seiner Abstammungsurkunde in die jüdische Gemeinde aufgenommen wurde (und doch Atheist bleiben kann), und nicht jemand, der "am Herzen beschnitten ist", wie Paulus es nennt. Sie ordnen den als Juden ein, der die äußere Form einhält, egal, ob er an den Gott der Bibel glaubt. Die Weisheit des Talmuds kann er ebenso als die Wahrheit betrachten - und die verstorbenen Rabbiner als den Messias.

 

Gleichzeitig lassen sich die Behörden von den Anhängern des allgemein anerkannten rabbinischen Judaismus beeinflussen. Sie behindern die Ausreise mancher Juden aus den GUS-Ländern, indem sie in den Fragebögen die Frage nach dem Glaubensbekenntnis stellen. Auf diese Weise kann ein an Jesus gläubiger Jude nicht ausreisen, während ein jüdischer Atheist ausreisen darf. Die Behörden erklären, dass sie doch nur das Wachstum jüdischer Gemeinden fördern wollen. Stimmt - aber gleichzeitig wird verhindert, dass jüdische Menschen das Zeugnis ihres Messias hören und das Heil aus Jesu Händen annehmen.

 

Messianische Gemeinden in Deutschland schießen wie Pilze aus dem Boden: Diese Gemeinden bekommen keine Unterstützung vom Staat und werden in der Gesellschaft weitgehend ignoriert. Sie haben keine hohen Mitgliederzahlen, denn man wird hier nicht automatisch aufgenommen, sondern nur aufgrund einer Bekehrung. Häufig können diese Gemeinden keine Räume für ihre Gottesdienste mieten, geschweige denn eine eigene Synagoge bauen. Sie bestehen zu 90 % aus Immigranten und können sich häufig keinen eigenen Pastor leisten. Und doch besitzen sie langfristig durchaus das Potential, Juden und Nichtjuden in Christus zu versöhnen.

 

Viele Christen sollten ganz neu diejenigen in den Blick bekommen, die an der gemeinsamen "Wurzel teilhaben", die Israel das Evangelium verkündigen und somit das Herannahen des Reichs Gottes fördern!

 

Ilja Masl